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Der Verband des Schweizerischen Früchte-, Gemüse- und Kartoffelhandels
 
 

01.09.2016

Nach dem Brexit: Wer soll in Grossbrittannien Früchte und Gemüse ernten?

(1.9.16/we) - Sobald Grossbrittannien die EU verlasse - und dies ist ja so beschlossen-, dann könne es zu einer gefährlichen Kettenreaktion in der britischen Früchte- und Gemüsebranche kommen. Dies schreibt die britische Tageszeitung ‚The Guardian‘. Die Umsetzung des Brexit könne sogar dazu führen, dass wichtige einheimische Produktionsgebiete für Obst und Gemüse aufgegeben werden müssten und diese Produkte stattdessen importiert werden. Bei den Befürwortern des Brexit waren zwei Kernthemen ausschlaggebend: Die Einwanderung und die Wahrnehmung, dass Grossbrittannien von der EU ausgenützt werde.

Gemäss der Zeitung werden heute 90% der einheimischen Früchte und Gemüse durch 60000-70000 Arbeiter geerntet, die von ausserhalb der Insel - hauptsächlich aus Osteuropa - stammen. Interessant sei, dass ausgerechnet jene Wahlkreise mit dem höchsten Bexit-Befürworter-Anteil auch jene Gebiete sind, wo am meisten Obst und Gemüse angebaut und geerntet, verpackt und verarbeitet wird.
Werden diese eingewanderten Arbeiter nun in Ihre Länder zurückgeschickt, dann müsse damit gerechnet werden, dass viele Produzenten und Betriebe dieser Branche aufgeben müssten. Denn die Produzenten und die Grosshändler bestätigen, dass einheimische Mitarbeitende für diese Arbeiten kaum gefunden werden können. „Nach dem Wegfall des freien Personenverkehrs muss deshalb ein Bewilligungssystem für ausländische Arbeiter eingeführt werden. Andernfalls müsste die Branche aufgeben“, sagte John Shropshire, der Vorsitzende der Salat- und Gemüseproduzenten „G’s“ der Zeitung Guardian. "Kein Brite wolle einen saisonalen Job auf den Feldern. Die wollen alle feste Jobs, die zudem nicht so anstrengend sind“.

Ein vollständiger Stop der Einwanderung und die Lücke die daraus entsteht werde zudem die illegale Einwanderung fördern, mit allen negativen Folgen wie Korruption und Ausbeutung dieser illegalen Arbeiter. Im schlimmsten Fall wäre es im Vereinigten Königreich nicht mehr möglich, frische Früchte und Gemüse anzubauen und zu ernten. Stattdessen müssten diese Produkte importiert werden. Fällt dann auch noch der freie Warenverkehr mit der EU weg, dann müssten zuerst neue Handels-bedingungen mit jedem einzelnen EU-Land ausgehandelt werden. Dazu komme auch noch das Währungsrisiko. Das britische Pfund ist heute gegenüber dem Euro auf dem tiefsten Stand seit 30 Jahren.

Übersetzung SWISSCOFEL

Quelle: http://www.freshplaza.com/article/162764/Who-will-pick-UKs-fruit-and-veg